ANGEKOMMEN AM MEER

ANGEKOMMEN AM MEER

May 12, 2026Björn Kroner

Tja, liebe Freunde,


und da ist es auch ... unfassbarerweise ... schon geschehen. Wir sind umgezogen. In den Norden. An den Deich. Und ich möchte nochmal betonen, dass wir aus Berlin kommen und dort fast 12 Jahre auf der Bismarckstraße gewohnt haben. Das ist eben jener 6-spurige Prachtboulevard, der direkt durchs Brandenburger Tor zum roten Rathaus führt und zwischendurch auch „Straße des 17. Juni“ oder auch „Unter den Linden“ heißt. Da war richtig viel Verkehr! Und jetzt? Nüschte. Man hört die Möwen und die Schafe, ansonsten rein gar nichts. Und falls mich jemand fragen sollte: Nein, einen solchen Schritt von ganz viel zu rein gar nichts, von sehr laut zu ganz leise, den geht man nur, wenn man nicht lange nachdenkt. Und das haben wir auch nicht getan. Ganz nach dem Prinzip, mit dem wir auch Rummel ausgesucht haben: Niedrige Impulskontrolle.

Wir wollten einfach raus. …


Dabei versteht es sich eigentlich fast von selbst, dass es durchaus Momente des Zweifelns gab. Als wir das Haus zum ersten Mal als Neubesitzer betraten und auch sahen, dass der Renovierungsbedarf sich womöglich doch als größer als geplant entpuppen könnte, schauten Sali und ich uns an und fragten uns wortlos:

Ist das jetzt der größte Fehler unseres Lebens?

Das Herz rutschte uns in die Hose und wir warteten auf ein Zeichen des Schicksals, das uns ein wenig Antwort geben sollte. Und das Zeichen kam dann auch recht eindeutig: Am ersten Tag klingelte es an der Tür und die komplette, gesamte Nachbarschaft stand vor dem Haus – alle sechs. Man kannte uns nicht, aber man hieß uns Willkommen, mit einem selbst geflochtenen Kranz um unsere Haustür mit Rosen aus Krepppapier und einem Schild auf dem „WILLKOMMEN“ stand. Uns kamen die Tränen. Glücklicherweise hatten wir bereits den Karton mit dem Wein ausgepackt und lernten unsere Nachbarn bei einem guten, trockenen Vouvray kennen. Und man muss schon sagen, in Berlin wäre uns das nicht passiert, auch wenn wir dort durchaus auch nette Nachbarn hatten.


Und dann kam noch das lange Wochenende zum 1. Mai und darin lag auch eine Botschaft des Lebens an uns, unsere besten Freunde rückten nämlich an. Außerdem meine Brüder, meine Schwägerin, meine Mutter, ein Schreiner, mit dem wir mittlerweile befreundet sind und im Hause waren die Maler, im Garten die Gärtner. 

Mit einer riesigen Kraftanstrengung haben wir uns gemeinsam mit den Menschen, die wir lieben, das Haus zu Eigen gemacht.

Es war, sagen wir es so: etwas Trubel im Haus. Jeder hat geholfen und dann haben wir uns natürlich auch sehr lustige, wunderschöne Momente gegönnt. Vor allem ist eine Vorstellung wahr geworden, die Sali und ich uns zurechtgelegt hatten. Wir wohnen ja jetzt direkt am Deich und unsere Idee war, dass wir mit unseren Freunden, bepackt mit Wein und Klappstuhl zum Sonnenuntergang auf den Deich gehen um dort einen richtig schönen Moment zu erleben. Und genau diese Vorstellung haben wir, um es mit Sali zu formulieren.... in Realität transformiert. Wir hatten herrliches Wetter und saßen mit unseren besten Freunden auf unseren Klappstühlen und hatten gleich den ersten unvergesslichen Moment im neuen Haus. 

Der Sonnenuntergang war nicht von dieser Welt, ein unvergesslicher Moment.

Übrigens auch für Rummel, der das neue Haus mit etwas weniger Zweifeln sofort angenommen hat. Man kann nicht schöner in einer neuen Etappe, in einem neuen Abenteuer ankommen als so!



More articles